„Die meiste Arbeit ist, es nicht nach Arbeit klingen zu lassen“: Jazzer Werner Zangerle lässt mit seiner Debüt-CD aufhorchen – am Freitag in Seekirchen.
Salzburg (SN-pac). „Du kannst Unmengen von anderen Dingen besitzen. Aber wenn du keine Originalität hast, landest du nirgends.“ Die weisen Worte stammen aus dem Mund des legendären Jazzers Lester Young. Den Saxofon-Meister zählt der 29-jährige Salzburger Werner Zangerle zu seinen großen Idolen. Der Spruch ziert die Homepage des jungen Jazzmusikers. Auch auf seinen Werdegang kann das Motto angewendet werden. Mit 14 greifen die meisten männlichen Jugendlichen zur E-Gitarre. „Ich habe mir das Saxofon eingebildet“, sagt Werner Zangerle. Schuld sei die väterliche Plattensammlung gewesen.
Die eigene Plattensammlung hat Zangerle kürzlich um ein wichtiges Exemplar erweitert: Auf dem Label PAO Records hat er sein Debütalbum „Nucleus“ veröffentlicht. Auch hier regiert die Originalität. Nicht im Sinn eines gezwungenen Andersseinwollens, sondern einer Eigenheit und Selbstständigkeit, die aus Werner Zangerles Kompositionen für sein Quartett (Matthias Löscher, Bernd Satzinger, Peter Kronreif) spricht. Während der Bandleader in anderen Formationen experimentelle Vorlieben auslebt, sind auf „Nucleus“ durchwegs starke Melodien in spielerisch kraftvoller Umsetzung zu hören. „Schönheit ist ein wichtiges Kriterium bei meiner Musik – egal ob sie sich in einer Melodie findet oder in einem Geräusch“, sagt der Absolvent der Linzer Jazz-Uni.
Im Seekirchner Emailwerk präsentieren der Tenorsaxofonist und sein Quartett ihre Musik morgen, Freitag, live. Komponieren sei ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. „Die meiste Arbeit dabei ist, es nicht nach Arbeit klingen zu lassen.“ Doch erst das gemeinsame Auskosten der Stücke mache die Sache komplett: „Es geht nichts über eine aufeinander eingeschworene Band“.
Das sehen nicht mehr nur heimische Zuhörer so. Großes Lob erhielt seine Debüt-CD kürzlich von einem großen deutschen Fachmagazin – Eigenheiten zahlen sich eben aus.
Clemens Panagl – Salzburger Nachrichten – 6.5.2008
CD-Kritik im Jazzpodium
Werner Zangerle
Nucleus
PAO Record 10670
Werner Zangerle erzählt mit seinem Instrument spannende und einfühlsame Geschichten. Oder er unterhält sich im Kreis seiner musikalischen Begleiter ohne jede Vorgabe völlig zwanglos. Und beides gelingt dem österreichischen Saxophonisten auf seinem Debüt “Nucleus” ganz ausgezeichnet. Die Storys, die er im Verbund mit seinen Freunden präsentiert, sind keine vollmundigen Tenor-Statements, sondern basieren auf fein ausgeklügelten Kompositionen. Schlank in ihrer notierten Struktur, aber reich an musikalischen Stimmungen verbreiten sie einen etwas spröden, aber durchaus emphatischen Charme. Besonders Zangerles Zusammenspiel mit dem Gitarristen Matthias Löscher lässt beinahe zarte Stimmungsbilder entstehen, deren rhythmischer Duktus vom Bassisten Bernd Satzinger und dem Schlagzeuger Peter Kronreif eher still bestimmt wird. In den drei leider recht kurz geratenen Gruppenimprovisationen zeigt das Quartett noch eine andere, rauhere und urwüchsigere Facette, deren verhaltene Intensität fasziniert. Dieses Ventil ein klein wenig weiter und vor allem länger zu öffnen und damit der verhaltenen Unruhe etwas mehr Raum zu geben, würde dem kultivierten Freigeist, der in dieser Musik steckt, mit Sicherheit noch eine leidenschaftlichere Note verleihen.
Jörg Konrad – Jazzpodium – April 2008
Neuer großer Jazz aus Salzburg: Werner Zangerles CD-Debüt
„Will mich nicht verbiegen“
Zunächst klingt alles nach einer unverrückbaren Feststellung. Später freilich schält sich ein Groove heraus, werden Anknüpfpunkte gestattet. Und doch macht der Sound nie auf, bleiben Räume frei und Fragen offen. Sehr frei pulsiert das alles, was sich zwischen Sax und Stromgitarre, Kontrabass und Schlagwerk abspielt. Werner Zangerle ist kein Mann des Kompromisses.
„Ich will mich nicht verbiegen“, meint der gebürtige Salzburger Saxophonist mit Wohnsitz Linz im SVZ- Gespräch. Und das hört man auch seiner Debüt-CD an: „Nucleus“ heißt sie und ist auf PAO-Records, dem Label des Inntöne-Gründers Paul Zauner erschienen. Kein Wunder, hat Zangerle doch Linz zu seiner Heimat erkoren: „Die Stadt ist ziemlich offen, da gedeihen viele Sub-Biotope.“ Eines davon ist sein Quartett, das mit dem Gitarristen Matthias Löscher und dem Drummer Peter Kronreif zwei bekannte Gesichter aus der jungen Salzburger Jazzszene bereithält. Sie lassen sich gemeinsam mit dem Bassisten Bernd Satzinger ein auf Zangerles Klang-Geschichten, fügen sich kammermusikalisch zu einem Ganzen. Angenehm reduziert klingt das, auch mitunter gewollt spröde. Im Idealfall, in Nummern wie „Zustand“ oder „Fuchs und Henne“ wird dann auch völlig frei improvisiert, die Kurzform von großer Wirkung gesucht. Kein Zufall seien diese Ausbrüche, erklärt der 28-Jährige: „Ich habe schließlich auch noch ein Free-Jazz-Trio.“
“‘Der gebürtige Salzburger Werner Zangerle lebt und arbeitet als Musiker in Linz. Als Jazzmusiker, Improvisateur und Komponist ist er im Spannungsfeld zwischen zeitgenössischen und historischen Jazzstilen, freier Improvisation und Neuer Musik tätig.’ – soweit aus dem offiziellen Text der Homepage Werner Zangerles.
Auf seinem neuen Album Nucleus bieten Werner Zangerle/die Werner Zangerle 4 modernen Jazz fern jeglichen Klischees. Die vertrackten, aber dabei stets auf eine nicht zu beschreibende Art eingängigen Eigenkompositionen klingen so, als wenn sich vier perfekt miteinander harmonierende Individuen zu einer Jam-Session zusammenfinden; das Endprodukt in einer wunderbar klaren Aufnahmequalität wäre Nucleus! Für mich herausragend aus dem Album sind dabei die Kompositionen “Supersize” und “Opacity; dass Werner Zangerle jedoch auch ganz anders kann, beweist er mit dem nicht einmal eine Minute langen, aber umso verstörenderen Stück “Geisterreiter”…”
Werner Zangerles Nucleus – einfach ein gutgemachtes, begeisternd schönes Stück Musik…
Andreas Matena – musikansich.de – 26.01.2008
Feine Talentprobe
Werner Zangerle hat zweifelsohne Talent. Der aus Salzburg stammende junge Tenorsaxofonist kam vor einigen Jahren nach Linz, um bei Alan Praskin, Florian Bramböck und Harry Sokal an der Bruckner-uni zu studieren. Im Februar dieses Jahres machte er seinen Master und legt jetzt bei Paul Zauners PAO records seine erste CD als Bandleader vor.
“Nucleus” heißt die Arbeit, und ihr Material präsentierte Zangerle im Verein mit dem Gitarristen Matthias Löscher, dem Bassisten Christian Wendt und dem Schlagzeuger Peter Kronreif am vergangenen Wochenende im Jazzclub Count Davis. Wie gesagt, Zangerle hat Talent, sowohl als Saxophonist als auch als Stückeschreiber. Das Komponieren hat er bei Christoph Cech gelernt. Die Stücke beweisen Reife, die Melodien sind hübsch, und die Dramaturgie ist durchaus schlüssig und einfallsreich.
Seine Mitstreiter haben genug Platz zum Improvisieren und nutzen diesen auch. Vor allem Löscher überzeugt mit blitzsauberem Jazzton, und Peter Kronreif trifft mit ausholendem Gestus Felle und Becken punktgenau.
Manches weicht vom gängigen Ablauf Thema-Soli-Thema durchaus ab, es entstehen interessante und unterhaltsame Zweier- und Dreiergespräche.
Bravo.
Christoph Haunschmid – Oberösterreichische Nachrichten – 3.9.2007
Zukunft & Hoffnung
Mit seiner ersten CD “Nucleus”, erschienen bei PAO Records, stellte sich Tenorsaxofonist Werner Zangerle im Linzer Count Davis Jazz Club vor. Mit Matthias Löscher (Gitarre), Christian Wendt (Bass) und Peter Kronreif (Schlagzeug) setzt er nur Eigenkompositionen auf den Programmzettel. Mit transparent und flüssig formulierter Zweistimmigkeit, dynamisiert durch das stetig mitphrasierende Schlagzeug, bewegen sich die Musiker aus dem Umfeld der Linzer Bruckneruniversität im aktuellen Zeitstil.
Hier strahlen Zukunft und Hoffnung!
Peter Baumann – Kronen Zeitung – 3.9.2007
“I went to a local club in Linz and to my surprize there was some very interesting music being played. More surprizing was the professionalism with which the musicians performed. Werner Zangerle has composed some fine music and his quartet performance was pleasing to listen to.”
Doug Hammond – Juni 2006
“Werner has made an astonishing development in the time i have known him. What is especially appealing in his music is how he combines a striking individuality and originality with a deep interest and relentless investigation of the jazz tradition.”
Presse – Stimmen