Teils Konzertankündigung aber noch vielmehr eine CD-Kritik erschien vor dem Jazzit-Gig mit Werner Zangerle 4 dieser sehr positive Artikel in der SVZ:

Neuer großer Jazz aus Salzburg: Werner Zangerles CD-Debütsvzkritik.jpg
„Will mich nicht verbiegen“

Zunächst klingt alles nach einer unverrückbaren Feststellung. Später freilich schält sich ein Groove heraus, werden Anknüpfpunkte gestattet. Und doch macht der Sound nie auf, bleiben Räume frei und Fragen offen. Sehr frei pulsiert das alles, was sich zwischen Sax und Stromgitarre, Kontrabass und Schlagwerk abspielt. Werner Zangerle ist kein Mann des Kompromisses.

„Ich will mich nicht verbiegen“, meint der gebürtige Salzburger Saxophonist mit Wohnsitz Linz im SVZ- Gespräch. Und das hört man auch seiner Debüt-CD an: „Nucleus“ heißt sie und ist auf PAO-Records, dem Label des Inntöne-Gründers Paul Zauner erschienen. Kein Wunder, hat Zangerle doch Linz zu seiner Heimat erkoren: „Die Stadt ist ziemlich offen, da gedeihen viele Sub-Biotope.“ Eines davon ist sein Quartett, das mit dem Gitarristen Matthias Löscher und dem Drummer Peter Kronreif zwei bekannte Gesichter aus der jungen Salzburger Jazzszene bereithält

Sie lassen sich gemeinsam mit dem Bassisten Bernd Satzinger ein auf Zangerles Klang-Geschichten, fügen sich kammermusikalisch zu einem Ganzen. Angenehm reduziert klingt das, auch mitunter gewollt spröde. Im Idealfall, in Nummern wie „Zustand“ oder „Fuchs und Henne“ wird dann auch völlig frei improvisiert, die Kurzform von großer Wirkung gesucht. Kein Zufall seien diese Ausbrüche, erklärt der 28-Jährige: „Ich habe schließlich auch noch ein Free-Jazz-Trio.“

Wie diese erstaunlich gefasste, geistreiche Musik im Live-Kontext klingt, ist heute um 20.30 Uhr im Jazzit zu hören. Dort präsentiert Werner Zangerle seine CD im Rahmen eines Salzburger Jazz-Doppels gemeinsam mit den Abstrakt-Elektro-Jazzern von „Midshi“. Auch so klingt Salzburg!

Florian Oberhummer – Salzburger Volkszeitung – 21.2.2008