Eine feine Kritik meiner CD von Jörg Konrad im Jazzpodium.

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Werner Zangerle
Nucleus
PAO Record 10670

Werner Zangerle erzählt mit seinem Instrument spannende und einfühlsame Geschichten. Oder er unterhält sich im Kreis seiner musikalischen Begleiter ohne jede Vorgabe völlig zwanglos. Und beides gelingt dem österreichischen Saxophonisten auf seinem Debüt „Nucleus“ ganz ausgezeichnet

Die Storys, die er im Verbund mit seinen Freunden präsentiert, sind keine vollmundigen Tenor-Statements, sondern basieren auf fein ausgeklügelten Kompositionen. Schlank in ihrer notierten Struktur, aber reich an musikalischen Stimmungen verbreiten sie einen etwas spröden, aber durchaus emphatischen Charme. Besonders Zangerles Zusammenspiel mit dem Gitarristen Matthias Löscher lässt beinahe zarte Stimmungsbilder entstehen, deren rhythmischer Duktus vom Bassisten Bernd Satzinger und dem Schlagzeuger Peter Kronreif eher still bestimmt wird. In den drei leider recht kurz geratenen Gruppenimprovisationen zeigt das Quartett noch eine andere, rauhere und urwüchsigere Facette, deren verhaltene Intensität fasziniert. Dieses Ventil ein klein wenig weiter und vor allem länger zu öffnen und damit der verhaltenen Unruhe etwas mehr Raum zu geben, würde dem kultivierten Freigeist, der in dieser Musik steckt, mit Sicherheit noch eine leidenschaftlichere Note verleihen.

Jörg Konrad – Jazzpodium – April 2008